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Das eine Mädel da
 

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Beautiful Mess


Beautiful Mess 

  Die Welt um uns herum kollabiert, zerbricht. Aber mit dir an meiner Seite, in deinen Armen fühle ich mich wie in einer Blase. Einer Blase voller Liebe, voller Geborgenheit und Glück, voller Normalität.
Wenn ich drohe, mich der Realität, mich dem Chaos hin zu geben, legst du deine Arme um mich, hältst mich fest und bewahrst mich vor dem Fall in den Abgrund, an dessen Rand ich tanze. Wenn ich deinen Geruch wahr nehme, hüllt er mich ein, in eine wunderbare Wolke der Undurchsichtigkeit, die mir den Blick auf die kaputte Welt nimmt. Wenn ich deine Stimme höre, ist es als würde sich ein hauchdünnes, aber dennoch stabiles Seil sanft um mich legen und mich immer weiter in die richtige Richtung, in deine Richtung ziehen. Dich zu umarmen ist wie heim kommen, heim in eine sichere, vertraute Umgebung.
Dich zu küssen ist unbeschreiblich. Eine ruhige, sanfte Explosion der Gefühle, der unendlichen Liebe, die ich jedes Mal aufs Neue spüre.
 

(Song Tipp: Beautiful Mess by Kristian Kostov)


6.9.17 09:17, kommentieren

Tausendmal

Tausendmal

 

Tausendmal dein Lächeln.

Tausendmal mit dir die Treppen rauf und runter.

Tausendmal gemeinsam lachen.

Tausendmal neben dir sitzen und deinen Körper so nahe spüren.

Tausend Stunden mit dir reden.

Tausendmal die Worte „Ich lieb dich“ von dir hören.

Tausend Tage mit dir glücklich sein.

All das wünsch´ ich mir. Aber wird es in Erfüllung gehen? Wahrscheinlich nicht. Aber ich träume.

Und wenn ich an dich denke, füllen sich meine Augen mit tausend Tränen.

1 Kommentar 16.10.16 22:02, kommentieren

Diese eine Sache

Ich würde diese eine Sache wirklich gerne vergessen. Aber das geht natürlich nicht. Denn wenn man etwas wirklich vergessen will... vergisst man es garantiert nicht.

15.10.16 16:14, kommentieren

Herbstmord

Herbstmord

Er eilte einen matschigen Pfad entlang, die Kapuze tief in die Stirn gezogen, fest in einen großen Schal eingewickelt, die Hände in den Taschen  des Mantels vergraben und darin mit dem kalten Griff des Messers spielend. Regen verschlechterte die Sicht, die nassen Blätter am Boden klebten vereinzelt an seinen durchnässten Schuhen fest. Er nahm sie ein paar Schritte mit, dann fielen sie ab und die Nächsten blieben hängen. Er war angekommen. Er stand vor der Scheune, in der alles begonnen hatte.  Sie stand davor. Sie, wegen der alles enden würde. Sie begegneten sich eines Tages in dieser Scheune, vor einem Regen flüchtend. Sie hatten sich kennengelernt, waren zusammengekommen. Aber er wusste, sie spielte nur. Mit ihm, mit seinem Herzen, dass er ihr geschenkt hatte. Das sie zerstört hatte. Aber jetzt hieß es Game Over. Sie musste bezahlen, und es sah ganz so aus, als könne sie ihre Schulden nicht begleichen. Also würde er sich holen, was er wollte. Er wollte ein Herz, ihr Herz, im Austausch gegen seines. Ein fairer Deal, oder?

Sie stand dort, zitternd vor Kälte, in einen grauen Mantel gehüllt. Er kam näher, stand hinter ihr und tippte ihr auf die Schulter. Sie drehte sich um und begann zu lächeln. Ein falsches Lächeln. Sie breitete die Arme aus. Er umarmte sie. Er beschloss, es schnell hinter sich zu bringen. Während sie sich in den Armen lagen, zog er das mittlerweile warme Messer aus der Tasche. Er legte die Spitze auf ihren Rücken. „Ich liebe dich. Und irgendwie tut mir das hier Leid“, flüsterte er ihr ins Ohr. Dann drückte er zu.

13.10.16 17:27, kommentieren

Schattenmädchen

Schattenmädchen

Im Dunkeln verborgen, kann keiner es sehn. Wenn das Licht angeht, ist es verschwunden. Es ist nur ein Gefühl, aber irgendetwas daran ist real. Hinter dir. Neben dir. Um dich herum. Überall, aber doch nur an einem Ort. In verschiedenen Winkeln beleuchtet ist es da, oder auch nicht. Es ist gruselig, bereitet dir Gänsehaut, wenn du nachts alleine durch die Straßen gehst. Immer wenn du an einer Laterne vorbeikommst, siehst du es im Augenwinkel, wirbelst herum, aber da ist es auch schon verschwunden. Nervös denkst du: „Wovor hast du Angst? Das bist nur du. Dein Schatten. Oder?“

„Na sicher“ haucht die Schwärze an der Wand hinter dir.

8.10.16 18:59, kommentieren

Maskenball

Maskenball

Sie stieg die Stufen zu den mächtigen Toren des großen Anwesens hinauf.  Der Rock ihres prächtigen Kleides wogte um ihre Füße, die die Treppe hinauf schwebten. Oben angekommen, öffneten Bedienstete die Türen für sie. Sie trat ein und ging einen langen Flur entlang. Je länger sie ging, desto lauter wurden die Geräusche. Stimmen, klirrende Gläser, Musik. An den geschmückten Wänden des Ganges hingen Spiegel. Von goldenen Verzierungen umrahmt war sie selbst abgebildet, ihr blaues Kleid mit den goldenen Stickereien, ihre blonden, langen Haare und ihre Augen, die so blau glänzten wie Saphire und von einer Maske umrahmt waren, die in den Farben und Mustern ihrem Kleid glich. Als sie am Ende des Ganges angelangt war, bog sie ab in einen prunkvollen Ballsaal. Damen und Herren standen herum, einige tanzten. Die Männer in feinen Anzügen, meist mit schlichten Masken. Im Gegensatz dazu die Frauen, mit aufwendigen Masken und funkelndem Schmuck behängt. Sie blieb stehen und suchte mit den Augen den Raum ab. Nach einer Person. Als sie gerade ihren Weg durch die Menge fortsetzen wollte, um ihn zu suchen, legten sich zwei Hände von hinten auf ihre Augen. Sie lächelte und sagte: „Hallo.“ „Hallo. Ich dachte schon ihr kommt nicht.“ „Ich kann auch wieder gehen.“ Er nahm die Hände weg, sie öffnete die Augen und drehte sich um. „Bloß nicht.“ Er stand da, im schwarzen Anzug und eine schwarze Masken auf dem Gesicht. Seine Augen strahlten grün, wie Smaragde umgeben von dem tiefen schwarz. „Ich habe euch vermisst. Jetzt könnt ihr nicht so einfach wieder gehen.“ Sagte er vorwurfsvoll und mit einem Lächeln auf den Lippen. „Ich habe euch auch vermisst.“ „Wollt ihr tanzen?“ sagte er, verbeugte sich leicht und streckte ihr die Hand entgegen. Sie deutete einen Knicks an und legte ihre Hand in seine. Er führte sie an den Gästen vorbei auf die Tanzfläche. Dort begannen sie sich zu bewegen und einige Augenblicke später schwebten sie geradezu über das Parkett.

5.10.16 16:20, kommentieren

63 Tage

63 Tage

Es war ein ganz normaler Vormittag anfang November. Genauer gesagt am 07. November. Er ging zur Schule. Kam nach Hause. Stellte seine Tasche ab. Seine Wohnung war leer, wie immer. Er würde bald Abschluss machen. Dann würde er wegziehen, weg in eine weniger trostlose Gegend. In der die Nachbarn nicht ganz so freundlich waren, ihn vielleicht sogar grüßten, und nicht stur vorbei rannten. Das war sein Plan. Als er sich aber, wie immer, mit einem Kaffee in der Hand auf das Fensterbrett in der Küche setzte, von dem aus er einen wunderschönen Ausblick auf die dreckige, dunkle Straße unter ihm hatte, begann der Tag nicht mehr ganz so normal zu werden. Er sah die Straße entlang, ein paar Menschen eilten vorbei, die Schultern hoch gezogen und dicke Mützen auf den Köpfen, die sie vor dem kalten, beißenden Herbstwind schützen sollten. Sein Blick wanderte an dem Haus gegenüber hinauf. In einigen Fenstern sah er Menschen, ein streitendes Pärchen, ein paar Kinder, Leute, die zu Mittag aßen. Ein paar Fenster waren auch dunkel, nicht alle Wohnungen waren bewohnt. So wie die hinter dem Fenster gegenüber von seinem. Aber anscheinend war sie nicht mehr unbewohnt. Es brannte Licht. Er konnte direkt in die Wohnung hinein sehen. Es stand eine Pflanze neben dem Fenster, deren Blätter er sehen konnte. Nicht, das er sie wahrgenommen hätte. Seine Aufmerksamkeit galt dem Mädchen, das auf dem Fensterbrett saß. Sie saß da, den Blick in den Himmel gerichtet. Ihre Haare waren zu einem lockeren Knoten zusammengebunden, sie trug einen etwas zu großen, dünnen Wollpullover und dunkle Jeans. Er sah sie an, war völlig in ihren Bann gezogen, als sie ihm plötzlich das Gesicht zuwandte und er direkt ihn ihre wunderschönen, dunklen Augen sehen konnte. So saßen sie da, ihrem Gegenüber in die Augen schauend. Nur getrennt von der breiten Straße unter ihnen und den Glasscheiben vor ihnen. Das Mädchen begann zu lächeln. Es war wunderschön und er war für einen Moment so überwältigt, dass er beinahe vergaß zurück zu lächeln. Er wollte gar nicht mehr aufhören sie anzusehen, wurde jedoch von dem Kaffee in seiner Hand, der sich seinen Weg über den gekippten Rand der Tasse über seine Hand auf sein Hemd bahnte dazu gezwungen. Er schreckte hoch und fluchte leise. Als er wieder zu dem Mädchen sah, sah er, dass sie lachte. Sie hielt sich ihre zarte Hand vor ihren Mund und kicherte. Er konnte sie nicht hören, aber er stellte sich ihr Lachen vor. Er begann zu lächeln. Da deutete das Mädchen auf ihn und dann auf ihren Bauch. Er sah an sich hinunter und winkte ihr zu, dann drehte er sich um und ging um sich umzuziehen.

Am nächsten Tag als er nach Hause kam, eilte er direkt zum Fenster um festzustellen, dass sie nicht da war. Enttäuscht drehte er sich um und machte sich einen Kaffee. Er beschloss auf sie zu warten. Das war aber gar nicht nötig, denn als er wieder zum Fenster ging sah er sie, auf ihrer Fensterbank sitzend, ihre Haare dieses Mal offen über ihren Schultern hängend. Er lächelte, und als sie ihn sah, begann auch sie zu lächeln. Er wollte sich gerade setzen, da kam ihm eine Idee. Er signalisierte ihr, dass er gleich wieder da sein werde. Sie nickte und er rannte ins Wohnzimmer. Er kam mit einem Block und einem schwarzen Marker wieder. Er setzte sich, öffnete den Block, schrieb etwas darauf und hielt ihn ans Fenster.

„Hallo“

Sie lächelte, stand auf, kam ebenfalls mit einem Block zurück und ‚antwortete‘:

„Hey“

„Wie geht´s dir?“

„Naja, soweit ganz gut.“

„Seit wann wohnst du hier?“

„Noch nicht so lang. Wahrscheinlich bleib ich aber auch nicht besonders lange“

Er runzelte die Stirn.

„Was? Warum nicht?“

„Ist nicht so wichtig. Ich bleib noch…“

Er sah wie sie sich mit dem Stift an die Lippen tippte und überlegte. Dann setzte sie den Stift wieder aufs Papier und zögerte noch einmal kurz.

„…63 Tage“

„Kann man da was ändern?“

Sie lächelte traurig und schüttelte den Kopf. Dann schrieb sie wieder etwas.

„63“

Er legte den Kopf schief und sah sie fragend an. Sie lächelte erneut traurig, legte den Block ab und winkte. Dann stand sie auf und verschwand aus seinem Blickfeld. Er starrte noch eine Weile in ihre Wohnung, dann stand er auf und ging in sein Arbeitszimmer. Seinen kalt gewordenen Kaffee schüttete er weg.

 

Sie wiederholten das jeden Tag. Innerhalb weniger Wochen wurde es draußen noch kälter, es begann zu schneien. Jeden Tag hielt sie zum Abschied eine andere Zahl hoch, abwärts zählend. Sie war nun bereits bei 18 angekommen, noch zwei Tage bis Weihnachten.

Am Heiligen Abend stieg er mit einem Lächeln die Stufen zu seiner Wohnung hinauf. Es war schon spät abends, er hatte ihr ein kleines Geschenk besorgt und in den Briefkasten geworfen. Als er seinen eigenen prüfte, lag dort tatsächlich ein kleines Päckchen in rotem Geschenkpapier eingewickelt. Er wusste, dass es von ihr war. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte ging er zum Fensterbrett und nahm den Block, der davor auf dem Boden lag, legte ihn in seinem Schoß ab und schaute zu ihrem Fenster. Sie kam gerade, noch ihre Wollmütze auf dem Kopf, geschmolzene Schneeflocken in ihren Haaren die im Licht glitzerten, mit geröteter Nase und sein Päckchen in der Hand. Sie sah ihn an und hielt es hoch. Er lächelte und hob seines ebenfalls. Sie setzte sich und hielt drei Finger hoch. Er nickte und sie begann abzuzählen. Als sie alle Finger drunten hatte, wandte sie sich dem kleinen Päckchen zu und begann es zu öffnen. Er zog ebenfalls an dem Band, das Deckel und Schachtel zusammenhielt. Sie hoben gleichzeitig den Deckel hoch, und gleichzeitig weiteten sich ihre Augen. Während sie ein zartes Kettchen durch ihre schmalen Finger gleiten ließ, hielt er ein dunkles Lederband hoch. An den beiden Ketten baumelten Anhänger, an seiner das weiße Yang und an ihrer das schwarze Yin. Sie sahen sich an und begannen zu lachen. Sie legten die Ketten um und betrachteten sie glücklich.

Es war mittlerweile der letzte Tag des Jahres, das heißt, der erste des neuen gekommen, und sie saßen mitten in der Nacht auf ihren Fensterbänken und schrieben. Als sie sich verabschiedeten, hielt sie wieder eine Zahl hoch.

„7“

Er lächelte tapfer, bis sie verschwunden war. Dann bogen sich seine Mundwinkel nach unten und Tränen stiegen in seine Augen. Er wollte sie zurückhalten, aber sie rollten unaufhaltsam seine Wangen hinab. Unaufhaltsam war auch das Mädchen.

05. Januar. 3 Tage.

06. Januar. 2 Tage.

07. Januar. Letzter Tag.

Am 07. Januar starrte er auf die Zahl. 1. Zwei simple Striche. Und doch so unendlich schmerzhaft. Mit zitternden Fingern schrieb er:

„Warum?“

Während sie las begannen ihre Hände mit der schmerzhaften Zahl zu zittern.

„Es tut mir Leid“

Durch seinen verschwommenen Blick sah er, dass sie ebenfalls zu weinen begonnen hatte. Sie berührte den Anhänger ihrer Kette, er tat es ihr nach. Dann stand sie auf und ging. Er weinte.

 

Am nächsten Tag wollte er nicht zum Fenster. Wollte nicht in das dunkle Zimmer dahinter sehen. Er tat es trotzdem. An der angefrorenen Scheibe hing von wunderschönen Eisblumen umrahmt ein Zettel.

„0“

Er war so fixiert auf diesen Kreis, dass er eines fast nicht bemerkt hatte. Aber nur fast. Das dunkle Zimmer war gar nicht dunkel. Als er an dem Zettel vorbei starrte, sah er einen Schatten an der Wand entlang tanzen. Dann ging das Licht aus. Er verharrte noch den Bruchteil einer Sekunde am Fenster, dann sprintete er aus der Wohnung hinaus, die Treppen hinunter und in die Kälte. Der Winterwind hätte ihn fast von den Füßen gerissen. Er sah sich um. Gerade noch sah er sie wie sie ein Stück weiter hinten in eine Gasse einbog. Er rannte hinterher. Als er um die Ecke bog rief er: „Warte!“ Sie blieb stehen und hob den Kopf. „Du kannst nicht einfach gehen! Ich… ich… ich kenne nicht mal deinen Namen!“ er war bei ihr angekommen und seine Stimme war ganz leise geworden. Als sie ihren Mund aufmachte, hörte er das schönste, das er je gehört hatte. Mit engelsgleicher Stimme sagte sie: „Anna. Aber hör zu. Ich muss gehen, verstehst du?“ „Nein! Ich verstehe gar nichts!“ „Ich gehöre jetzt nicht mehr hier her.“ Er sah sie verständnislos an. „Siehst du?“ entsetzt und fasziniert zu Gleich sah er sie an. Wie ihr ganzer Körper in einem leichten blau zu leuchten begann. Er wollte etwas sagen, konnte aber nicht. „Aber… was… wie kann ich das verhindern?“ „Es tut mir Leid. Aber ich glaube nicht, dass…“ Er wollte das nicht hören. Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie. Er legte all seine Liebe in diesen Kuss, den er sich seit 63 Tagen wünschte. Sie erwiderte ihn, und sie hörten auf, als ihm plötzlich schwindelig wurde. Er kippte zur Seite, fiel auf den Boden, blieb aber auch stehen. Er sah, wie sein Körper auf dem kalten Boden aufkam. Dann sah er seine Hände an, die jetzt in dem gleichen Blau schimmerten wie ihre.

4.10.16 16:29, kommentieren

Würdest du mich verstehen?

Wenn ich dich sehe, glaube ich auf Wolken zu schweben. In deiner Gegenwart kann ich nur wenig klare Gedanken fassen, und wenn ich in deine wunderschönen Augen sehe spühre ich ein warmes Prickeln in mir, habe das Verlangen deine Hand zu nehmen, sie für immer festzuhalten und dich für immer anzusehen. Doch du sitzt nur da und merkst von alldem nichts. Du fragst, ob alles in Ordnung sei, doch was soll ich sagen? Ich liebe dich? Wie würdest du reagieren?

Würdest du mich verstehen?

2.10.16 13:07, kommentieren

...

1 Kommentar 1.10.16 17:23, kommentieren

Blood obsession

Sie ging hinter ihren beiden Kollegen die Treppe hinauf, zu einem Tatort. In einer Wohnung im zweiten Stock ist jemand erstochen worden. Als der erste der Männer, Ed, die Tür aufstieß entfuhr ihm ein "Oh Gott". Er wich zurück und machte einen Schritt zur Seite. Der andere, Tony, war schon länger im Geschäft und konnte eher mit dem Anblick von Blut umgehen. Sie normalerweise auch, aber heute nicht. Sie drehte sich auf dem Absatz um und lehnte sich an das Geländer. Ed lehnte an der Wand gegenüber. Er sah sie an. Sie starrte zurück. Ihr traten Schweißperlen auf die Stirn und sie umklammerte das Geländer. Ihr schwirrten die Bilder vom blutverschmierten Sofa im Kopf herum, die bespritzte Wand und der getränkte Teppich. Ihre Brust senkte und hob sich schnell unter ihrer weißen Bluse. "Gehts dir gut?" fragte Ed mit gerunzelter Stirn. Die Antwort auf diese Frage war offensichtlich. Ihre blauen Augen wanderten von seinen über seine Wange, über sein Kinn seinen Hals entlang. Dort blieb ihr Blick hängen. In ihren Augen hob sich seine Schlagader ganz deutlich hervor, wie sie pulsierte. Sie zog ihre Augenbrauen zusammen und versuchte krampfhaft sich zu konzentrieren. "Bei euch alles in Ordnung?" zog Tony ihre Aufmerksamkeit auf sich. Ihr Blick huschte auch zu seiner Halsschlagader. Als ihr bewusst wurde, was passieren würde, verzog sie verzweifelt ihr Gesicht und stieß sich vom Geländer weg. Sie wollte weg, jedoch erstarrte sie mitten in der Bewegung. Ed sah sie nur noch von hinten. Ihr Körper entspannte sich wieder. Er dachte, sie hätte sich beruhigt, bis er das einigermaßen entsetzte Gesicht seines Kumpels sah. Der starrte sie an, und für die Ewigkeit einer Sekunde passierte nichts. Dann war sie plötzlich bei ihm, packte ihn am Hemdkragen, zog ihn zu sich herunter und presste ihre Lippen auf seine. Ed war relativ entsetzt über diesen 'Kuss', als sich aber Tonys Gesicht vor Schmerz verzog wusste er, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Da fiel ihm erst auf, dass das Blond ihrer Haare immer mehr verblasst war, sie waren mittlerweile so gut wie weiß. Da drehten sich die Augen seines Kollegen nach oben, seine Augenlider legten sich darüber und sein bis dahin recht angespannter Körper erschlaffte. Sie ließ ihn los, wie eine leere Hülle fiel er in sich zusammen und landete unsanft auf dem Boden. Sie sah auf ihn herab, dann hob sie den Kopf und drehte sich um. Ed stand immer noch da, den Blick auf seinen Kumpel gerichtet. Als er aufsah, erwartete er ein entsetztes Gesicht. Das entsetzte Gesicht hatte aber dann er. Anstatt in leuchtende, blaue Augen starrte er in funkelnde, dunkelrote, welche zurückstarrten. Ihr Gesichtsausdruck war nicht schockiert, sondern belustigt. Ihre Lippen, an denen etwas Blut klebte, verzogen sich zu einem kalten Lächeln. Als sie sich öffneten, brachten sie zwei verlängerte, spitze Eckzähne zum Vorschein. Es drangen Geräusche von der Straße durch das geöffnete Fenster zu ihnen. Für Ed waren sie ganz weit entfernt. Die ganze Welt war weit entfernt. Es gab nur ihn und sie. Es wurde ganz ruhig. Und schwarz. Er sah nichts mehr, nur dieses alles verschlingende Schwarz. Alles was es verschonte, war sie. Im Gegensatz zu der vollkommenen Dunkelheit glühten ihre roten Augen. Als sie sich dann, scheinbar in Zeitlupe, bewegte und an ihm vorbei rannte,verschluckte die Schwärze auch ihn.

Sie rannte an ihrem bewusstlos werdenden Kollegen vorbei zum Fenster. Sie hielt nicht an sondern turnte direkt aus dem Fenster hinaus. Sie fiel, und kam elegant auf dem Boden auf. Die Schreie und entsetzten Blicke in ihrem Rücken ignorierte sie und rannte in eine dunkle, einsame Gasse. Während sie rannte, veränderte sich ihr Gesicht. Sie hatte wieder Kontrolle über ihr Gehirn, spührte, wie die Eckzähne kürzer wurden. Sie sah aus den Augenwinkeln, dass ihre Haare nicht länger weiß waren. Das Lächeln verschwand, und sie weinte verzweifelt. Sie wurde langsamer und sank auf die Knie. Sie kniete auf dem dreckigen Boden, die Hände im Schoß und weinte. Sie spürte eine Hand auf ihren bebenden Schultern und hob den Kopf. Durch ihre hellen, blauen Augen sah sie ihn an. Der junge Mann hielt ihr die Hand hin, in die sie ihre legte, und zog sie hoch. Sie sahen sich an. Dann führte er sie fort.

                            

3.10.16 18:09, kommentieren