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Blood obsession

Sie ging hinter ihren beiden Kollegen die Treppe hinauf, zu einem Tatort. In einer Wohnung im zweiten Stock ist jemand erstochen worden. Als der erste der Männer, Ed, die Tür aufstieß entfuhr ihm ein "Oh Gott". Er wich zurück und machte einen Schritt zur Seite. Der andere, Tony, war schon länger im Geschäft und konnte eher mit dem Anblick von Blut umgehen. Sie normalerweise auch, aber heute nicht. Sie drehte sich auf dem Absatz um und lehnte sich an das Geländer. Ed lehnte an der Wand gegenüber. Er sah sie an. Sie starrte zurück. Ihr traten Schweißperlen auf die Stirn und sie umklammerte das Geländer. Ihr schwirrten die Bilder vom blutverschmierten Sofa im Kopf herum, die bespritzte Wand und der getränkte Teppich. Ihre Brust senkte und hob sich schnell unter ihrer weißen Bluse. "Gehts dir gut?" fragte Ed mit gerunzelter Stirn. Die Antwort auf diese Frage war offensichtlich. Ihre blauen Augen wanderten von seinen über seine Wange, über sein Kinn seinen Hals entlang. Dort blieb ihr Blick hängen. In ihren Augen hob sich seine Schlagader ganz deutlich hervor, wie sie pulsierte. Sie zog ihre Augenbrauen zusammen und versuchte krampfhaft sich zu konzentrieren. "Bei euch alles in Ordnung?" zog Tony ihre Aufmerksamkeit auf sich. Ihr Blick huschte auch zu seiner Halsschlagader. Als ihr bewusst wurde, was passieren würde, verzog sie verzweifelt ihr Gesicht und stieß sich vom Geländer weg. Sie wollte weg, jedoch erstarrte sie mitten in der Bewegung. Ed sah sie nur noch von hinten. Ihr Körper entspannte sich wieder. Er dachte, sie hätte sich beruhigt, bis er das einigermaßen entsetzte Gesicht seines Kumpels sah. Der starrte sie an, und für die Ewigkeit einer Sekunde passierte nichts. Dann war sie plötzlich bei ihm, packte ihn am Hemdkragen, zog ihn zu sich herunter und presste ihre Lippen auf seine. Ed war relativ entsetzt über diesen 'Kuss', als sich aber Tonys Gesicht vor Schmerz verzog wusste er, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Da fiel ihm erst auf, dass das Blond ihrer Haare immer mehr verblasst war, sie waren mittlerweile so gut wie weiß. Da drehten sich die Augen seines Kollegen nach oben, seine Augenlider legten sich darüber und sein bis dahin recht angespannter Körper erschlaffte. Sie ließ ihn los, wie eine leere Hülle fiel er in sich zusammen und landete unsanft auf dem Boden. Sie sah auf ihn herab, dann hob sie den Kopf und drehte sich um. Ed stand immer noch da, den Blick auf seinen Kumpel gerichtet. Als er aufsah, erwartete er ein entsetztes Gesicht. Das entsetzte Gesicht hatte aber dann er. Anstatt in leuchtende, blaue Augen starrte er in funkelnde, dunkelrote, welche zurückstarrten. Ihr Gesichtsausdruck war nicht schockiert, sondern belustigt. Ihre Lippen, an denen etwas Blut klebte, verzogen sich zu einem kalten Lächeln. Als sie sich öffneten, brachten sie zwei verlängerte, spitze Eckzähne zum Vorschein. Es drangen Geräusche von der Straße durch das geöffnete Fenster zu ihnen. Für Ed waren sie ganz weit entfernt. Die ganze Welt war weit entfernt. Es gab nur ihn und sie. Es wurde ganz ruhig. Und schwarz. Er sah nichts mehr, nur dieses alles verschlingende Schwarz. Alles was es verschonte, war sie. Im Gegensatz zu der vollkommenen Dunkelheit glühten ihre roten Augen. Als sie sich dann, scheinbar in Zeitlupe, bewegte und an ihm vorbei rannte,verschluckte die Schwärze auch ihn.

Sie rannte an ihrem bewusstlos werdenden Kollegen vorbei zum Fenster. Sie hielt nicht an sondern turnte direkt aus dem Fenster hinaus. Sie fiel, und kam elegant auf dem Boden auf. Die Schreie und entsetzten Blicke in ihrem Rücken ignorierte sie und rannte in eine dunkle, einsame Gasse. Während sie rannte, veränderte sich ihr Gesicht. Sie hatte wieder Kontrolle über ihr Gehirn, spührte, wie die Eckzähne kürzer wurden. Sie sah aus den Augenwinkeln, dass ihre Haare nicht länger weiß waren. Das Lächeln verschwand, und sie weinte verzweifelt. Sie wurde langsamer und sank auf die Knie. Sie kniete auf dem dreckigen Boden, die Hände im Schoß und weinte. Sie spürte eine Hand auf ihren bebenden Schultern und hob den Kopf. Durch ihre hellen, blauen Augen sah sie ihn an. Der junge Mann hielt ihr die Hand hin, in die sie ihre legte, und zog sie hoch. Sie sahen sich an. Dann führte er sie fort.

                            

3.10.16 18:09

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