this.one.girl

Das eine Mädel da
 

Categories

Letztes Feedback

Meta





 

Herbstmord

Herbstmord

Er eilte einen matschigen Pfad entlang, die Kapuze tief in die Stirn gezogen, fest in einen großen Schal eingewickelt, die Hände in den Taschen  des Mantels vergraben und darin mit dem kalten Griff des Messers spielend. Regen verschlechterte die Sicht, die nassen Blätter am Boden klebten vereinzelt an seinen durchnässten Schuhen fest. Er nahm sie ein paar Schritte mit, dann fielen sie ab und die Nächsten blieben hängen. Er war angekommen. Er stand vor der Scheune, in der alles begonnen hatte.  Sie stand davor. Sie, wegen der alles enden würde. Sie begegneten sich eines Tages in dieser Scheune, vor einem Regen flüchtend. Sie hatten sich kennengelernt, waren zusammengekommen. Aber er wusste, sie spielte nur. Mit ihm, mit seinem Herzen, dass er ihr geschenkt hatte. Das sie zerstört hatte. Aber jetzt hieß es Game Over. Sie musste bezahlen, und es sah ganz so aus, als könne sie ihre Schulden nicht begleichen. Also würde er sich holen, was er wollte. Er wollte ein Herz, ihr Herz, im Austausch gegen seines. Ein fairer Deal, oder?

Sie stand dort, zitternd vor Kälte, in einen grauen Mantel gehüllt. Er kam näher, stand hinter ihr und tippte ihr auf die Schulter. Sie drehte sich um und begann zu lächeln. Ein falsches Lächeln. Sie breitete die Arme aus. Er umarmte sie. Er beschloss, es schnell hinter sich zu bringen. Während sie sich in den Armen lagen, zog er das mittlerweile warme Messer aus der Tasche. Er legte die Spitze auf ihren Rücken. „Ich liebe dich. Und irgendwie tut mir das hier Leid“, flüsterte er ihr ins Ohr. Dann drückte er zu.

13.10.16 17:27

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen